Deutschland gilt oft als fortschrittliches Land in Sachen Gleichstellung. Aber stimmt das wirklich? Ein Blick auf den Gender Equality Index zeigt ein überraschendes Bild. Wie wir dahin gekommen sind, zeigt die historische Entwicklung der Frauenrechte in Deutschland. Was andere Länder besser machen – und was wir daraus lernen können – zeigt dieser Vergleich.

Gleichstellung in Europa – 10 Länder im Vergleich 2026

1. Der Gender Equality Index – Was wird gemessen?

Das EIGE veröffentlicht jährlich den Gender Equality Index für alle EU-Mitgliedstaaten. Gemessen wird Gleichstellung in sechs Lebensbereichen:

  • Arbeit (Beschäftigungsquoten, Segregation)
  • Geld (Einkommensverteilung, wirtschaftliche Sicherheit)
  • Wissen (Bildungsniveau, Segregation im Studium)
  • Zeit (Care-Arbeit, Sport und Freizeit)
  • Macht (politische und wirtschaftliche Führungspositionen)
  • Gesundheit (Gesundheitsstatus, Verhaltensweisen)

2. Das Ranking: Wo steht Deutschland?

Im Gender Equality Index 2024 erreicht Deutschland 68,7 von 100 möglichen Punkten – Platz 11 unter 27 EU-Staaten, leicht unter dem EU-Durchschnitt von 70,2 Punkten:

  • Platz 1: Schweden (83,9 Punkte)
  • Platz 2: Dänemark (77,9 Punkte)
  • Platz 3: Finnland (76,4 Punkte)
  • Platz 11: Deutschland (68,7 Punkte)
  • EU-Durchschnitt: 70,2 Punkte

3. Wo Deutschland schwächelt – und warum

Besonders schlecht schneidet Deutschland in der Kategorie ‚Zeit‘ ab – also bei der Verteilung von Care-Arbeit. Auch beim Gender Pay Gap – der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern – liegt Deutschland mit 16 % (2025) über dem EU-Durchschnitt.

4. Was die Spitzenländer besser machen

  • Schweden: Elterngeld für beide Elternteile mit ‚Väterschutzmonaten‘ seit Jahrzehnten etabliert
  • Island: Equal Pay Certification – Unternehmen müssen beweisen, dass sie gleich bezahlen
  • Finnland: Hohe politische Repräsentation von Frauen auf allen Ebenen
  • Belgien: Starke Kinderbetreuungsinfrastruktur ermöglicht Vollzeittätigkeit beider Elternteile

Fazit

Deutschland hat Fortschritte gemacht – aber die Lücke zu den europäischen Vorreitern ist noch groß. Die größten Baustellen sind Care-Arbeit, steuerliche Fehlanreize und der Frauenanteil in Führungspositionen. Als Gleichstellungsbeauftragte diese Entwicklung aktiv mitgestalten.

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